{"id":1326,"date":"2015-01-20T09:50:39","date_gmt":"2015-01-20T07:50:39","guid":{"rendered":"http:\/\/no-fracking-wendland.de\/?p=1326"},"modified":"2015-01-20T09:50:39","modified_gmt":"2015-01-20T07:50:39","slug":"geplantes-fracking-gesetz-buergerinitiativen-warnen-vor-schlupfloechern-fuer-konzerne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/erdgas-erdoel-fracking-wendland.de\/?p=1326","title":{"rendered":"Geplantes Fracking-Gesetz: B\u00fcrgerinitiativen warnen vor Schlupfl\u00f6chern f\u00fcr Konzerne"},"content":{"rendered":"<p>Ein Interview der jw mit Andy Gheorghiu. Er ist Mitglied der B\u00fcrgerinitiative \u00bbFracking-freies Hessen\u00ab<\/p>\n<p><strong>&#8220;Die Bundesministerien f\u00fcr Wirtschaft und Umwelt haben L\u00e4nder und Umweltverb\u00e4nde aufgefordert, sich bis zum 23. Januar zu Gesetzesvorhaben zum Fracking zu \u00e4u\u00dfern. Geht es darum, nun in Deutschland das umstrittene Aufbrechen des Gesteins zu erlauben, um Erdgas aus dem Boden zu pressen?<\/strong><\/p>\n<p>Offenbar beabsichtigen die Ministerien, mit der neuen Regelung Schlupfl\u00f6cher zu \u00f6ffnen, damit erdgasf\u00f6rdernde Konzerne in Niedersachsen weiter bohren k\u00f6nnen. Dort werden bislang 95 Prozent des deutschen Erdgases gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p><strong>Welche Umweltgefahren sind mit Fracking verbunden?<\/strong><\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob das Gas einzig mit Hilfe von Wasser oder mit Chemikalien versetzt unter hohem Druck aus dem Boden gepresst wird, wird viel Trinkwasser dabei verbraucht. Im Untergrund mischt sich sauberes Wasser mit solchem, das bereits Schwermetalle enth\u00e4lt \u2013 bei beiden Methoden! Auch die Gefahr der Kontamination des Wassers durch Chemikalien ist gro\u00df. Fracking geht \u00fcber das Risiko einer Grundwasserverschmutzung hinaus. Im New York State wurde Fracking k\u00fcrzlich wegen \u00bbsignifikanter Gesundheitsrisiken\u00ab verboten.<\/p>\n<p>Wir kritisieren es auch, wenn die Bundesregierung durch einen stabilen Rechtsrahmen f\u00fcr Fracking die politisch beschlossenen Klimaschutzziele und die Energiewende torpediert.<\/p>\n<p><strong>In Deutschland ist die Rede von konventionellem und unkonventionellem Fracking \u2013 was ist der Unterschied?<\/strong><\/p>\n<p>In konventionellen Gasvorkommen kann das Erdgas, haupts\u00e4chlich Methan, weitgehend selbst\u00e4ndig aus Gesteinsporen entweichen. Bei unkonventionellen m\u00fcssen mit Hilfe von \u00bbHydraulic Fracturing\u00ab k\u00fcnstliche Risse geschaffen werden, damit das Gas entweicht. Im Prinzip ist es aber Unsinn, Fracking als konventionell oder unkonventionell zu bezeichnen. Diese Begrifflichkeiten sind politisch motiviert und dienen dazu, Gefahren zu verschleiern. Zur Zeit wird versucht, das in Niedersachsen im Sandstein praktizierte Fracking als konventionell einzuordnen \u2013 und damit als angeblich weniger umweltgef\u00e4hrdend. In Deutschland wird seit den sechziger Jahren\u00a0 Erdgas gef\u00f6rdert \u2013 und es sei noch nie etwas passiert, verlautbaren Fracking-Bef\u00fcrworter aus Industrie und Politik. Es gibt aber keinerlei spezifische Untersuchungen dar\u00fcber. Tatsache ist: Bohrschl\u00e4mme sind mit teils krebserregenden Kohlenwasserstoffen, giftigen Schwermetallen wie Arsen und Quecksilber und radioaktiven Isotopen belastet. Zu Unf\u00e4llen ist es auch schon gekommen: vornehmlich durch undichte Rohrleitungen.<\/p>\n<p><strong>Wer hat vorrangig Interesse daran, mehr Fracking zu betreiben?<\/strong><\/p>\n<p>Die US-Administration hat ein weltweites Programm aufgelegt, um eine Ausweitung der Schiefer\u00f6l- und -gasf\u00f6rderung zu bewirken \u2013 auch in europ\u00e4ischen Partnerl\u00e4ndern. Konzerne wie Shell, Total, Chevron und andere streben an, den Rechtsrahmen f\u00fcr ihre Gesch\u00e4fte weltweit g\u00fcnstig zu gestalten. Exxon Mobil hat k\u00fcrzlich in Deutschland eine Medienkampagne mit Anzeigen gefahren: \u00bbLassen Sie uns \u00fcber Fracking reden\u00ab.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielen die Verhandlungen zu den Freihandelsabkommen CETA und TTIP zwischen der EU und Kanada beziehungsweise den USA in bezug auf Fracking? <\/strong><\/p>\n<p>Besonders die darin geplante Vereinbarung von internationalen Schiedsgerichten und Sonderklagerechten f\u00fcr Konzerne ist f\u00fcr uns eine gro\u00dfe Gefahr. Beispiel: Weil die Provinzregierung im kanadischen Quebec ein befristetes Verbot f\u00fcr Fracking eingef\u00fchrt hatte, f\u00fchlte sich das Unternehmen Lone Pine in seinen Rechten eingeschr\u00e4nkt. Es fordert 250 Millionen Euro Schadensersatz von der kanadischen Regierung. Als Grundlage hierf\u00fcr dient der nordamerikanische Freihandelsvertrag \u00bbNAFTA\u00ab.\u00a0 Fakt ist: In Nordrhein-Westfalen haben Unternehmen eine Fl\u00e4che von 60 Prozent mit Lizenzen belegt, um dort Erdgas zu f\u00f6rdern. W\u00fcrde die Bundesregierung oder das Land NRW dies doch noch verhindern wollen und w\u00e4ren die Sonderklagerechte vereinbart, dann k\u00f6nnten die Unternehmen sie auf Schadensersatz verklagen. Wir Steuerzahler m\u00fcssten im Ernstfall daf\u00fcr geradestehen.<\/p>\n<p><strong>Gibt es Gegenwehr?<\/strong><\/p>\n<p>Regionale B\u00fcrgerinitiativen in Deutschland werden sich deshalb am 18. April am globalen Aktionstag gegen TTIP und CETA beteiligen \u2013 aber auch Umweltverb\u00e4nde wie der Bundesverband B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz\u00a0 (BBU), der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).&#8221;<\/p>\n<p>Hier der link zum Original-Beitrag:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/01-19\/030.php?sstr=Schwermetalle\" target=\"_blank\">Geplantes Fracking-Gesetz: B\u00fcrgerinitiativen warnen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Interview der jw mit Andy Gheorghiu. Er ist Mitglied der B\u00fcrgerinitiative \u00bbFracking-freies Hessen\u00ab &#8220;Die Bundesministerien f\u00fcr Wirtschaft und Umwelt haben L\u00e4nder und Umweltverb\u00e4nde aufgefordert, sich bis zum 23. Januar zu Gesetzesvorhaben zum Fracking zu \u00e4u\u00dfern. 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