{"id":821,"date":"2014-03-02T08:18:17","date_gmt":"2014-03-02T06:18:17","guid":{"rendered":"http:\/\/no-fracking-wendland.de\/?p=821"},"modified":"2014-03-02T08:20:40","modified_gmt":"2014-03-02T06:20:40","slug":"besuch-beim-lbeg-bis-fordern-wirksamen-grundwasserschutz-vom-landesbergamt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/erdgas-erdoel-fracking-wendland.de\/?p=821","title":{"rendered":"Besuch beim LBEG: BIs fordern wirksamen Grundwasserschutz vom Landesbergamt"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWir w\u00fcnschen uns aktive Sicherung der Umwelt und unseres Trinkwassers \u2013 auch f\u00fcr unsere Kinder und Enkel!\u201c Das forderten Vertreter von neun B\u00fcrgerinitiativen bei ihrem Besuch beim LBEG (Landesamt f\u00fcr Bergbau, Energie und Geologie) in Hannover. Riesige Aufsuchungsfl\u00e4chen in Niedersachsen, Schleswig Holstein und Hamburg hat das LBEG allein im vergangenen Jahr an Ol- und Gasunternehmen vergeben. Dabei ist damit zu rechnen, dass f\u00fcr eine maximale Ausbeute Fracking eingesetzt wird.<span id=\"more-11486\"><\/span><\/p>\n<p>In ihrem rund zweist\u00fcndigen Gespr\u00e4ch am 26.02.14 mit den LBEG-Vertretern Klaus S\u00f6ntgerath, Christian M\u00f6ller und Andreas Beuge wollten die BI-Vertreter Antworten auf Fragen, die teilweise schon seit Monaten anh\u00e4ngig sind.<\/p>\n<p>Der Vertreter der BI Umweltschutz L\u00fcchow Dannenberg, Francis Althoff monierte, dass \u201eentgegen der Aussage nach Recht und Gesetz vorzugehen, am Beispiel Gorleben offensichtlich ist, dass bestimmte Industriezweige bevorzugt behandelt w\u00fcrden\u201c. So hatte die Salinas Salzgut GmbH keine Genehmigung des LBEG zur Salzf\u00f6rderung in Gorleben erhalten und daraufhin eine Klage gegen diese Entscheidung des LBEG 2004 vor dem L\u00fcneburger Oberverwaltungsgericht gewonnen. Das Recht auf Salzabbau wurde daraufhin durch eine Ver\u00e4nderungssperre rund um den Gorlebener Salzstock verhindert. Diese Sperre l\u00e4uft noch bis Mitte n\u00e4chsten Jahres. Dem BI-Vertreter wurde eine schriftliche Stellungnahme dar\u00fcber zugesichert, welche Beweggr\u00fcnde dazu f\u00fchrten und ob beabsichtigt werde, die Ver\u00e4nderungssperre zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Gefragt wurde beispielsweise nach Blue Mountain Exploration, der Inhaberin des Erlaubnisfeldes Oldendorf. Dass diese Firma ein Phantom sein muss, hatten umfangreiche Recherchen ergeben. \u201eDiese Firma existiert nur in der Person eines bevollm\u00e4chtigten Rechtsanwalts in Lingen, es gibt sie weder im Internet noch unter der angegebenen Adresse in New York\u201c, sagte Ingo Engelmann von der BI Kein Fracking in der Heide. Die hatte bereits im letzten Sommer das LBEG um Aufkl\u00e4rung gebeten. Eine kl\u00e4rende Antwort blieben die Beh\u00f6rdenvertreter erneut schuldig.<\/p>\n<p>Die BI-Vertreter wandten sich auch dagegen, dass das Verpressen der fl\u00fcssigen Abf\u00e4lle aus der Erdgasf\u00f6rderung in den Untergrund weiterhin als \u201eStand der Technik\u201c praktiziert wird. In den letzten Jahrzehnten sind mehrere Millionen Kubikmeter der hochgiftigen Br\u00fche nicht r\u00fcckholbar im Untergrund verklappt worden. Wissenschaftler sprechen von tickenden Zeitbomben, weil niemand garantieren kann, dass das Gift nicht die Grundwasserleiter erreicht, aus denen Trinkwasser gewonnen wird.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir fordern das LBEG nachdr\u00fccklich auf, sich engagierter und kreativer daf\u00fcr einzusetzen, dass nicht weiter giftiges Lagerst\u00e4ttenwasser aus der Gasf\u00f6rderung in die Erde verpresst wird\u201c, fasst Petra Kruse-Runge von der L\u00fcneburger BI \u201eWir gegen Fracking\u201c besorgt zusammen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Weiterhin kritisierten die BI-Vertreter die mangelhafte Beteiligung betroffener Gemeinden an den Genehmigungsverfahren. \u201eEs geht um unsere Umwelt und unser Trinkwasser. Da ist eine Gemeindebeteiligung nur recht und billig\u201c, stellte Bernd Ebeling von der BI Uelzen klar. Dazu zog sich das LBEG auf \u201edie rechtliche Lage\u201c und die \u201eFessel der gebundenen Entscheidung\u201c zur\u00fcck, die sie zu ihrem kritikw\u00fcrdigen Handeln zwingen w\u00fcrden. \u201eWenn ein LBEG-Mitarbeiter Widerstand zeige, werde er \u201eabgeb\u00fcgelt\u201c, erkl\u00e4rte LBEG Justitiar M\u00f6ller.<\/p>\n<p>S\u00f6ntherath erkl\u00e4rte, Bohrungen zur F\u00f6rderung von Gas und \u00d6l in Wasserschutzgebieten der Zone 3 seien \u201egrunds\u00e4tzlich zu genehmigen, da das Wasserrecht hierf\u00fcr eine Ausnahme zul\u00e4sst\u201c. Auch Fracking Antr\u00e4ge m\u00fcssten genehmigt werden, wenn sie den Auflagen der hausinternen Rundverf\u00fcgung entsprechen. Das hinterlie\u00df bei den Initiativlern den Eindruck, das LBEG arbeite nach dem Motto \u201cAlles was nicht ausdr\u00fccklich verboten ist, ist erlaubt\u201c.<\/p>\n<p>Das LBEG gab sich zwar auskunftsbereit, verschanzte sich aber immer wieder hinter seinen Rechtsauslegungen. Eine Richtungsaussage blieb trotz Nachfrage aus: Was will das Landesbergamt erreichen, welche Entwicklung wird angestrebt? Die B\u00fcrgerinitiativen sich hier eine umwelt- und menschenfreundlichere Haltung gew\u00fcnscht. Immerhin ist diese nach geltendem Bergrecht durchaus m\u00f6glich..<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir brauchen ein Landesbergamt, das die rechtlichen M\u00f6glichkeiten voll aussch\u00f6pft und vor allem die Interessen der Bev\u00f6lkerung offensiv wahrt\u201c, darin waren sich die BI-VertreterInnen einig.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei Nachfragen:<br \/>\n<em>Dr. Ingo Engelmann (BI Kein Fracking in der Heide), Tel. 04181-291614<br \/>\nFrancis Althoff (AG Fracking der BIU L\u00fcchow Dannenberg), Tel. 05843-9869049<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir w\u00fcnschen uns aktive Sicherung der Umwelt und unseres Trinkwassers \u2013 auch f\u00fcr unsere Kinder und Enkel!\u201c Das forderten Vertreter von neun B\u00fcrgerinitiativen bei ihrem Besuch beim LBEG (Landesamt f\u00fcr Bergbau, Energie und Geologie) in Hannover. 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